Gebrauchtwagen loswerden?

  • Gebrauchtwagen loswerden?

    Hallo Leute,

    mein Bruder besitzt einen alten Opel Corsa den er loswerden will und wir wollten unter anderem auch euch um Rat fragen. Da er aus Bremen ist, suchen wir einen Autoankauf in der Umgebung der auch faire Preise für Gebrauchtwagen bietet. Wir wären euch für eure Ratschläge sehr Dankbar

    liebe Grüße an alle

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mikeed ()

  • Hallo mikeed,

    probiere es doch ganz einfach über den klassischen Weg und nutze eine Börse wie mobile.de.
    Dort kannst du auch den Preis im Vorfeld selbst bestimmen und auch zuvor mal schauen, wie die PReise generell bei dem Corsa liegen.
    Aber auch da wirst du mit ziemlicher Sicherheit von Händlern angerufen, die dir unverschämte Preise anbieten werden. Aber ich glaube, dass das überall der Fall sein wird.
    Viel Erfolg jedenfalls beim Verkauf ;)
  • Ich hab letztes Jahr mein Auto verkauft und habe in der Anzeige bei mobile.de keine Telefonnummer angegeben. Das hält die ganzen nix-sprech-gut-deutsch-kerle ab. Wer wirklich Interesse hat, meldet sich schriftlich. Dann kann man immernoch telefonieren. Selbst schriftlich kam so Zeug wie: "Morgen letzte Preis?" :wand:
    Bei wirkaufendeinauto bekommst du schnell dein Geld, aber relativ wenig.
  • Also bei wirkaufendeinauto.de bekommt man den Marktwert (plus Ausstattung minus Defekte), der das Auto gerade auch wert ist.
    Für unseren Voyager zB. würden wir mehr als den Marktwert in Bayern bekommen! :D

    Haben auch unseren alten Mondeo dort online schätzen lassen und genau so viel über mobile.de bekommen, wie die bezahlen wollten.

    Einfach mal schätzen lassen und bei mobile, autoscout und eBay Kleinanzeigen einstellen. Der wird sich schon verkaufen! :top:
    Grüße, Stefan
  • Unabhängig vom Hersteller oder Modell, wenn du so an Händler verkaufst, bekommst du auch "nur" den Händlereinkaufswert. Bei manchen Autos würde es sich lohnen, wenn du privat über Portale wie mobile.de oder autoscout24.de verkaufst.

    So haben wir mal ein Auto mit knapp 1000 € über den Händlereinkaufspreis (Angebot von verschiedenen Händlern und Wertermittlung von dat.de) verkauft, aber natürlich unter dem Händlerverkaufspreis.

    Der einzige Nachteil dabei ist, du brauchst Zeit für Anrufe, Mails, Probefahrt usw.
  • Abgesehen von dem billigen Linkbuilding: von wir-kaufen-dein-Auto.de & Co würde ich die Finger lassen.

    RacingGreen aus'm MX-5 Forum hat da so seine Erfahrungen mit einem Portal gemacht als er einen Mini mit Motorschaden verkaufen wollte. Da ja nicht jeder hier einen Account dort hat, erlaube ich mir frecherweise es einfach mal zu zitieren:

    mx-5.de/forum/showthread.php?2…ighlight=kaufen+dein+auto

    RacingGreen schrieb:

    So, das Ding ist über die Bühne und der Mini für nen akzeptablen Preis weg.
    Nochmal?
    NIE WIEDER!


    Also ein kleiner Bericht über Fehler, was passieren kann und wie man evtl. wieder rauskommt.


    Ich habe also Motorschaden bei Google eingegeben und bin die verschiedenen Seiten durchgegangen. Überall ne Handnummer, WhatsappKontakt oder direkt Eingabemaske.
    Mittlerweile habe ich gemerkt, dass die ganzen Seiten auf 2-3 Anbieter insgesamt rauslaufen.
    Also fleissig angerufen, nette, gut Deutsch sprechende Mitarbeiter, die die Daten vom Auto aufnehmen und einen guten Preisvorschlag machen (Bei mir: Händler vor Ort als Inzahlungnahme:2700, später auf 3000 gesteigert, Internet bis 3500 bei mehreren Anbietern)


    Also schickte man mir eine Kaufbestätigung als "verbindliche Reservierung" mit Minimaldaten des Fahrzeugs (BAUJAHR, wird später noch wichtig ) und der Aussage "Kratzerfrei, keine Beulen, nicht nachlackiert" sowie dem angegeben Wunschpreis.


    ICH DEPP HABE BESTÄTIGT und damit unbewusst einen gültigen Kaufvertrag abgeschlossen


    Zum Glück hab ich noch ergänzt, normaler Zustand Gebrauchtwagen, kein Neuwagen
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    Taktik 1


    keine 15min später klingelte mein Handy, ich hätte ein Auto angeboten, er wollte nochmal nachfragen (ich hatte wahrscheinlich wie viele andere Verkäufer diverse Angebote eingeholt).
    Anruf kam aber wohl aus der gleichen Firma wie oben, die unter verschiedenen Adressen residiert.
    Er war bereit mir für die genannten Daten bis zu 3800 zu zahlen, was ich zum Glück verneinte.
    Nach Internetrecherche war klar, hätte ich zugesagt, hätte ich zwei gültige Verkaufsverträge am Bein gehabt und die Firma hätte von mir wg. Nichterfüllbarkeit Schadensersatz wg. entgangenem Gewinn gefordert (üblicherweise wohl ein Tausender). Ist sogar teilweise durch Gerichtsentscheide gedeckt!


    Nach dieser Erkenntnis war mir Kotzübel und ich harrte der Dinge die da noch kommen
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    Taktik 2


    Danach gings weiter:


    Ich habe den Zustand des Wagens mit Motorschaden, Motor zerlegt angegeben, im Vertrag stand nur "Motorschaden, nicht fahrbereit"
    Ich krieg nen Anruf zwecks Terminabstimmung, es würde ne M Klasse mit Hänger geschickt werden -->klar, da gehen Sommerräder + Motor + Getriebe + Verkleidung nicht rein


    Also gesagt, geht so nicht und im gleichen Moment fällt der Vorhang:


    "Wir haben einen gültigen Vertrag, darin steht nix von ausgebautem Motor, also bauen sie das ganze soweit zusammen dass es transportiert werden kann, anderes Auto ist nicht". Im nächsten Satz direkt die Drohung mit der Rechtsabteilung."


    Hier musste ich klein beigeben und habe drei Stunden investiert,unter Zeugen (Motorenbauer + Angestellte) alles peinlichst genau zu verpacken und ins Cabrio zu packen.
    Heisst: Kopf in Kofferraum, Block in Fußraum, ausgebauter Sitz drüber, Getriebe, Hydraulik , Kupplung, Motorhalter etc. auf umgeklappte Rücksitzbank, Alles peinlichst genau verpackt.
    Front mit Kühler provisorisch wieder drangeschraubt.


    Alles reingekriegt.


    Einziger möglicher Fehler: Keine Fotos gemacht, aber 6 Zeugen sollten eigentlich reichen.
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    Taktik 3


    Heute war die Abholung und ich habe mich schon auf viel Schreierei und Drohtaktik eingestellt
    (Pfefferspraypistole in Hosentasche falls es ernst werden würde)


    Den Namen des Fahrers und eine Vollmacht habe ich per Mail erbeten, bekam ich auch.
    Der war nett und maß die Lackstärke und schickte dutzende Fotos an den Kollegen (arbeitet selbstständig) sehr verstricktes Netz aus Firmen und Subunternehmen.
    Dann kam ein Anruf...


    ...Ich blieb freundlich , der Anrufer (der Gleiche, der Druck mit den Teilen gemacht hatte, kam gleich zur Sache: Auto schlechter Zustand und jetzt kommts:


    Es wäre nicht der Wagen wie im Vertrag festgemacht, es ist das falsche Baujahr


    --> Hier setzt die nächste Taktik an:


    Da im Vertrag Baujahr steht und man als Laie oft EZ mit Baujahr gleichsetzt, ist hier ein riesiger Fallstrick, an den ich zuerst auch nicht gedacht habe.
    Resultat: Der Verkäufer ist vertragsbrüchig und dem Käufer, der am Telefon direkt Druck macht zu Schadensersatz oder massivem Herunterhandeln "verpflichtet"




    BMW nullt ja zum Glück die entsprechende Position der FIN, so dass hier nicht direkt das Produktionsdatum erkennbar ist.
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    Taktik 4


    Bei mir gings dann am Telefon weiter um Baujahr:


    - Wie er denn auf sowas käme, meinte ich
    - Ich solle mal auf der Zulassungsbescheinigung 2 (also Brief) in die untere rechte Ecke schauen, da steht 11.2004.


    ZU MEINEM GLÜCK wusste ich, dass dieses Feld nur das Datum der Ausstellung der EG ABE darstellt und nichts mit dem Auto zu tun hat, dazu findet man übrigens auf dem Brief keinerlei Erläuterung.
    Aber wie oft hat der durchschnittliche Autofahrer seinen Brief in der Hand?
    Zum Glück wusste ichs und konnte ihn fragen, was er jetzt mit dem Datum der EG ABE wolle...


    Resultat: zum Ersten Mal ein kurzes Schweigen in der Leitung
    Dann ein weiterer Versuch, dass wäre also Modelljahr 2004 und sie könnten nur mit dem Facelift etwas anfangen, hier bin ich erstmals konkret auf den "Vertrag" eingegangen, in dem ja Baujahr und nicht Modelljahr steht.


    Ich glaube hier lassen sich viele überrumpeln


    morgen früh gehts weiter
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    und weiter geht's, jetzt wird's richtig fies:


    --> Nach zähem Verhandeln habe ich einem neuen Vertrag zugestimmt.
    --> warum? siehe Taktik 6


    --> evtl. Taktik 5


    Es wurde ein von mir ausgefüllter StandardADAC Kaufvertrag ausgefüllt, so dass ich da hoffentlich aus dem Schneider bin.


    Aber: die angegebene Firmenadresse/Firma ist eine andere als auf dem ursprünglichen Vertrag.


    --> hier könnte ich noch Post kriegen, dass ich ja der alten Firma durch den alten Vertrag noch ein Auto schulde.


    Ich habe hier als Sondervereinbarung in den Vertrag hineingeschrieben, dass durch den neuen Vertrag der alte Kaufvertrag (Datum, Uhrzeit, Emailadressen) ersetzt wird. Weiss der Typ allerdings noch nicht, sein Bevollmächtigter hat jedenfalls unterschrieben.
    Zusätzlich hab ichs den Verhandlungspartner bestätigen lassen, dass das in Ordnung geht, habe auf Lautsprecher gestellt und Zeugen mithören lassen. Ob das bei Gericht durchgeht - keine Ahnung
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    Taktik 6


    Warum habe ich überhaupt zum Schluss mein Auto verkauft?


    Hätte ich an dieser Stelle abgesagt und wäre bei meinem Standpunkt
    Voller Preis geblieben, hätte er seinen Fahrer abgezogen.
    Alles gut? Denkste


    Er hätte sich nach 2-3 Wochen gemeldet und auf Herausgabe des Fahrzeugs gepocht,denn - das Irre - der Vertag an sich ist weiterhin gültig. Wäre also wieder auf eine Klage auf Schadensersatz rauasgelaufen. Ein Hoch auf das deutsche Recht!


    Meinen Wagen hätte ich da wohl schon längst verkauft gehabt...


    Theoretisch hätte ich also entweder klagen müssen oder ihn 2 Wochen Frist geben und ihn in Abnahmeverzug setzen müssen...aber wieviele Leute haben Zeit, Geld und Platz, ein abgemeldetes, schrottreifes Auto mit ausgebautem Motor irgendwo zu parken?


    Fazit - macht bitte nicht den gleichen Fehler!!!!
    Ingesamt ein doch sehr interessanter Erfahrungsbericht.


    Bei nem Cabrio macht man bei guten Wetter das Dach auf, bei nem Roadster bei schlechtem zu
  • Bei wirkaufendeinauto.de muss man doch nach dem Ausfüllen der Maske noch garnichts machen! Man bekommt einen Preis genannt und bei Interesse dann einen unverbindlichen Besichtigungstermin bei einer Werkstatt, wo das Auto dann vor Ort begutachtet wird. Dann sagt der Begutachter einen Preis, nachdem er das Auto wie beim TÜV durchgesehen und einen Probefahrt gemacht hat. Dieser liegt je nach Zustand höher oder niedriger als der in der Maske genannte Kaufpreis.
    Dann kann man aber immer noch entscheiden, ob man sein Auto verkaufen möchte oder eben nicht! Dieser Preis gilt dann 5 Tage lang, egal ob man sein Auto gleich da lässt (mit abmelden usw.) oder eben bis zu 5 Tage später verkauft!
    Grüße, Stefan